Robotergeschichten - Team LEGOMANIA bei der WRO 2013


LEGOMANIA
Julia und Miriam in Jakarta
Zwei Mädchen, ein Ziel. Eine Aufgabe, ein Wettbewerb. Willensstärke, Kreativität und Durchhaltevermögen. Ehrgeiz und Begeisterung. Jasper, unser kleiner Held. Nach der Anmeldung und 4 Monaten harter Arbeit konnten wir unser Video mit dem Lauf unseres Roboters Jasper, eine Dokumentation über dessen Entstehung und weitere Zusätze für die Videoqualifikation in der Open Category einreichen. Gespannt warteten wir auf das Ergebnis. Unsere Hoffnung auf Erfolg war allerdings nicht sehr groß, da uns als zwei Mädchen nicht viel zugetraut wurde. Am Tag der Bekanntgabe, wer nun die Reise zum Weltfinale in Jakarta antreten darf, saßen wir fiebernd zusammen, zitterten und wollten nicht sehen, dass all die Arbeit umsonst gewesen sein soll. Wir aktualisierten die Website jede Sekunde, bis endlich das Ergebnis erschien. Platz 1: zu jung, nicht wir. Platz 2: selbes Problem. Platz 3: sehen uns recht ähnlich. Platz 4: irgendwelche Jungs. Platz 5: nö. Moment! Platz 3: Die sahen uns zu ähnlich. Da müssen wir nochmal schauen. WIR?! Platz 3?! Die Überraschung war groß, aber die Freude war größer. Erst mal Sekt. Aber aus Kristallgläsern, denn es war ein besonderer Anlass.
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Balkonausblick auf die Stadt Dubai
Wir haben angefangen, die Tage zu zählen, bis die große Reise losgehen sollte. Doch in diesen Tagen ist viel passiert. Wir haben unser Modell komplett überarbeitet, Ideen verworfen, neue umgesetzt, unsere Programmierung verbessert und Sponsoren gesucht. Mittlerweile hat der Druck sehr an unserer Freundschaft gezehrt und auf privater Basis redeten wir nicht mehr miteinander. Das machte die Arbeit noch schwerer und dämpfte die Vorfreude auf 10 Tage Zimmer teilen am anderen Ende der Welt. Trotzdem traten wir beide den Flug an.

Zwischenstopp Dubai: eine Suite nur für uns, ein Pool auf dem Dach, eine wunderschöne Stadt. Safari in der Wüste, Fontänenshow vor dem Burj Khalifa. Bereits nach zwei Tagen waren alle Streitigkeiten vergessen. Zu viel hatten wir jetzt schon zusammen erlebt, zu nichtig schienen dagegen die Streitigkeiten. Nichts konnte uns mehr trennen. So viele Eindrücke und Erfahrungen, eine fremde Kultur, fernab von Deutschland. Von der Stadt überwältigt waren wir schon traurig, als wir nach Jakarta fliegen mussten, obwohl das ja eigentlich unser Ziel war. 7 Tage verbrachten wir dann dort. Anfangs der Schock: Hitze, Kakerlaken, Armut und Verkehrslärm. Sogar im Zimmer schwüle Hitze. Erst nach ein paar Stunden fanden wir heraus, dass man die Fernbedienung für die Klimaanlage erst anschalten muss, bevor sie funktioniert. Danach wurde alles schon viel erträglicher. Die erste Nacht war überstanden. Als wir am nächsten Tag die Stadt ansahen, hielt sich unsere Begeisterung in Grenzen. Wir sehnten uns nach dem sauberen und schönen Dubai. Aber für 50.000 Rupien (circa 3 Euro) ging hier alles.
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Insel Sepa
Man konnte ein Mal Millionär sein. Als wir am nächsten Tag mit einem Speed Boat 90 Minuten auf Sepa, eine "einsame" Insel vor Jakarta fuhren, waren wir von dem Paradies vor der nicht allzu schön anmutenden Stadt überwältigt. Ein wunderschöner Sandstrand, klares, blaues Wasser mit wunderschönen Korallen und Fischen, Palmen und Sonnenschein. Es sollte einer der schönsten Tage der Reise werden. Auf der Rückfahrt begann allerdings das tägliche Unwetter und wir fühlten uns ein wenig wie auf der Titanic, die jederzeit einen Berg aus Müll rammt und versinkt, da vor Jakarta das Wasser mit einer Müllschicht bedeckt ist und es aus Strömen schüttete.

Der Besuch der Deutschen Schule und des Taman Mini Indonesia Parks am nächsten Tag war auch ein Erlebnis. Allgemein konnten wir auf der Reise sehr viel lernen, über fremde Länder, Kulturen und Menschen. Und das alles wurde uns durch die WRO ermöglicht, unglaublich! Dann das Highlight: 3 Tage World Robot Olympiad. So viele Menschen, so viele Kulturen und so viele Ideen kommen zusammen. Ein einzigartiges und atemberaubendes Erlebnis. Faszinierend war, dass niemand gegeneinander kämpfte, sondern miteinander. Alle Teams helfen sich untereinander wo es nur geht und knüpfen Freundschaften. Zwischenmenschliches ist wichtiger als der Sieg, für alle zählt nur, ein Teil des Ganzen zu sein.

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Wir mit dem griechischen Team "RoboHermes"
Durch die Atmosphäre hielt sich unsere Aufregung stark in Grenzen. Leider änderte sich dies schlagartig, als die Jury vor uns stand und uns und unser Projekt beurteilte. Im Gegensatz zu allen anderen hatten wir uns nämlich im Vorfeld keinen festen Text überlegt. Also redeten wir einfach drauf los und erklärten das Projekt und konnten auch alle Fragen beantworten. Es hat Spaß gemacht, Menschen von unserem Modell und Jasper zu begeistern. Trotzdem waren wir froh, als wir die Bewertung hinter uns hatten. Spannend war dann, die Umsetzungen anderer Teams zu begutachten und Kontakte auszutauschen. Außerdem wollten viele fremde Menschen Fotos mit uns machen, dementsprechend existieren hunderte Bilder von uns mit Fremden, im Nachhinein eine lustige Geschichte. Aber zwei europäisch aussehende Mädchen sind wohl nicht so oft auf solchen Wettbewerben anzutreffen. Von so viel Freundlichkeit und der Hilfsbereitschaft und freundschaftlichen Stimmung waren wir so überwältigt, dass wir bei der Siegerehrung die Tränen nicht mehr zurückhalten konnten. Selbst in diesem Moment kam ein Mann und fragte: "Can I take a picture with you?" Das war etwas unpassend, aber trotzdem hat er es gemacht.
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In Jakarta mit unserem Modell des Speyerer Doms
Alles in allem war die Reise und vor allem der Wettbewerb eine riesige Erfahrung, die wir nicht missen wollen. So viel konnten wir lernen, haben so viel zusammen gelacht, zusammen geweint, zusammen erlebt und konnten so wieder zu einander finden. Unsere Freundschaft ist so fest wie nie zuvor. Wir können nicht in Worte fassen, wie viel uns diese Reise gebracht hat, nicht nur in Bezug auf Technik. Am 1. Dezember 2013 meldeten wir uns in der Open Category für die WRO 2014 an. Mit der Anmeldung im Januar 2013 begann unsere Robotergeschichte, das Ende ist noch nicht geschrieben. Wir haben überlebt und Jasper auch. Wir sind an uns gewachsen und Jasper durch uns. Wir haben es nicht bereut!
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